Waage tritt in Dialog mit dem Kunden

24.08.2011

Das DFKI und Bizerba erforschen eine neue Technologie für den Supermarkt. Bundespräsident Wulff zeigt sich begeistert.

Die Wissenschaftler des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI) und Bizerba haben ein System für die Bedientheke der Zukunft entwickelt: Es erkennt die Fingergesten von Kunden automatisch und verbindet das Ergebnis mit der Produktdatenbank der Bizerba Waage K-class. Die Idee ist so einfach wie innovativ: Zeigt der Kunde mit dem Finger auf ein Produkt, erscheinen auf dem Kundendisplay der PC-Waage sofort genaue Hintergrundinformationen. Das Ganze funktioniert mit einer Tiefenkamera und einer eigens dafür entwickelten Software. „Vergleichbare Systeme existieren derzeit nur in anderen Branchen, etwa wenn Roboter die Gesten des Menschen entschlüsseln. Für den Einzelhandel ist dieses Prinzip bislang einzigartig“, sagt Tudor Andronic, Director Global Retail Solutions bei Bizerba. Auch Bundespräsident Christian Wulff zeigt sich während seines Besuches beim DFKI im Mai von der automatischen Gestenerkennung begeistert. Das System sei keine Spielerei, sondern schaffe einen echten Mehrwert für den Kunden, betont Andronic. „Zeitraubendes Schlangestehen und nervtötende Wartezeiten gehören der Vergangenheit an. Lässt sich der Verkaufsmitarbeiter das Ergebnis der Gestenerkennung anzeigen, so werden Rückfragen nach dem gewünschten Produkt nahezu überflüssig. Stattdessen erhalten Endverbraucher sogar noch weiterführende Informationen, wie Herkunfts-, Frische- und Nährwertangaben sowie passende Zusatzkaufempfehlungen auf dem Waagen-Display“. Auch Prof. Antonio Krüger, wissenschaftlicher Direktor des Innovative Retail Laboratory am DFKI, zeigt sich vom Projekt und der Zusammenarbeit begeistert: "Unsere Wissenschaftler erforschen stets neue Wege, um innovative Technologien gewinnbringend im Supermarkt einzusetzen. Generell verfügen moderne Multimedia-Waagen mittlerweile über die Intelligenz eines PCs. Da Bizerba die Waagen zudem nach offenen Standards konzipiere, ließen sich systemrelevanten Hard- und Softwarekomponenten völlig problemlos integrieren, so dass der Fantasie der DFKI-Wissenschaftler keine Grenzen gesetzt waren“. Derzeit funktioniert das System stabil und am optimalsten, wenn zwischen den Produkten ein gewisser Mindestabstand eingehalten wird. Und sobald sich die Auflösung der Tiefenkamera noch etwas verbessert, ist das System von der Serienproduktion nicht mehr weit entfernt. "Ich denke, dass unser System bereits in zwei bis drei Jahren in Serienproduktion gehen kann", zeigt sich Prof. Krüger überzeugt.

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